Bildausschnitt des Strategieschiffs der Fakultät Wirtschaftswissenschaften

Optimierung des Bestellwesens des BRK Blutspendedienst

Problemstellung 

Laut dem Blutspendedienst werden in Bayern täglich ca. 2.000 Blutspenden für die Versorgung von Verletzten und Kranken benötigt. Um die benötigten Blutkonserven zum richtigen Zeitpunkt für den Patienten verfügbar zu haben, bedarf es einer guten Logistik in der versorgenden Klinik. Im Klinikum Augsburg erfolgte vor dem Projekt die Bestellung von Blutprodukten per Kontingentlieferung. Somit wurde an festen Terminen eine vereinbarte Menge an Blutprodukten geliefert. Wurden durch einen erhöhten Bedarf zusätzliche Blutprodukte benötigt, mussten diese mit einer neuen Bestellung händisch ausgelöst werden.

Zielsetzung 

Analyse und Beschreibung des IST-Bestellprozesses, mit einer darauffolgenden Ableitung von Handlungsempfehlungen zur fachlichen und informationstechnischen Optimierung des Bestellwesens für Blutprodukte im Klinikum Augsburg. Damit der optimale Sollbedarf an Blutprodukten stets im Klinikum bereitgestellt ist. 

Vorgehensweise

  • Analyse der Ist-Situation bei dem Blutspendedienst und dem Klinikum Augsburg 
  • Betrachtung der Bestellabwicklung im Klinikum Augsburg 
  • Beschreibung der Prozesse beim Transfusionsmedizinischen Instituts des Klinikums 
  • Visualisierung der internen Abläufe
  • Ableiten eines Maßnahmenvorschlags. 
  • Verfassen einer Umsetzungsempfehlung für eine Vendor Management Inventory Umgebung. 

Ergebnis

  • Handlungsempfehlungen für den Bestellprozess
  • Ablauf bei einer Einführung eines Vendor Managed Inventory für den Bestellprozess 

 

Im Sinne einer VMI-Umgebung konnten einige zielführenden Handlungsstränge verfolgt werden. Für eine Best Practice-Lösung empfiehlt sich die Nutzung eines SFTP-Servers. Dieser sollte vom BSD bereitgestellt werden und die Kliniken durch einen Client damit verbunden sein. Durch die regelmäßige Übermittlung von Bestands- und Verbrauchsdaten ist es dem BSD möglich einen Abgleich von Ist- und Sollbestand durchzuführen, der eine bedarfsorientierte Liefermenge festlegt, eine selbstkoordinierte Liefermengenermittlung ermöglicht und außerdem den Verfall von Blutkonserven minimiert. Zentrale Punkte sind die Transparenz und der Erkenntnisgewinn für den tatsächlichen Bedarf der Kliniken. Weiterhin konnte durch die Analyse der Verbrauchs- und Verfallsdaten eine optimierte Liefermenge im Rahmen der Kontingentlieferung ermittelt werden.  Durch die Darstellung unterschiedlicher Verbrauchsmengen in Abhängigkeit zu den Wochentagen entstanden Optimierungsansätze für die Generierung der Zusatzbestellungen, mit dem Ziel den Abwägungsprozess im Bestellverhalten zu unterstützen. In Summe konnte durch die Handlungsempfehlungen eine Anpassung der Kontingentlieferung, eine Unterstützung des Bestellprozesses, sowie eine erhöhte Kommunikation und Transparenz bewirkt werden. Hierdurch wurde ein Schritt in Richtung Vendor Managed Inventory ermöglicht.

Beteiligte