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Studierende der FHWS analysieren den Markt für energieeffiziente Elektromotoren der Zukunft

Praxisprojekt im Masterstudiengang Innovation im Mittelstand prognostiziert Chancen und Potenziale einer neuen Technologie

Die Frage, wie sich der Markt für energieeffiziente Elektrogetriebemotoren der neuesten IE4-Norm entwickeln wird, stand im Mittelpunkt eines Praxisprojekts von Studierenden der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Im Master-Studiengang Innovation im Mittelstand (i2m) hat eine Gruppe Studierender zahlreiche praxisnahe Ergebnisse für ein mittelständisches Familienunternehmen im Bereich Antriebstechnik erarbeitet. Insbesondere der Ableitung der unternehmerischen Potenziale und Chancen vor dem Hintergrund technologischer und gesetzlicher Entwicklungen kam große Bedeutung zu. Veränderungen wie neue Energiestandards können für Unternehmen eine profitable Chance sein, neue Produkte zu entwickeln oder mit vorhandenen eine Nische neu zu besetzen. Entscheidend ist, diese Veränderungen frühzeitig zu erkennen um richtig darauf reagieren zu können.

Im Markt stehen die unterschiedlichen Interessen der Anlagenbauer als direkte Kunden und der Anlagenbetreiber als Endkunden derzeit einer schnelleren Marktdurchdringung noch im Wege. Während bei den Anlagenbetreibern das Thema Energieeffizienz und damit geringere Betriebskosten bereits eine wichtige Rolle spielt, zögern Anlagenbauer häufig noch, die effizienten, aber teureren Motoren einzusetzen. Diese sind heute durch die EU-Richtlinie noch nicht verbindlich vorgeschrieben. Dennoch lässt sich anhand der Marktentwicklung bei früheren technologischen Standards die Marktdurchdringung gut prognostizieren und ein Marktpotenzial im zweistelligen Millionen Euro Bereich vorhersagen.

Bei dem Projekt kamen verschiedenste Methoden zur Trendprognose zum Einsatz. Neben der exakten Abgrenzung des relevanten Marktes wurden verschiedene Datenbanken ausgewertet, Markt und Wettbewerber bei der Hannover Messe und der Fachmesse für Materialflusstechnik (CeMAT) im Detail analysiert, Expertengespräche bei den Fachverbänden VDMA und ZVEI geführt und aufgrund der Marktkennzahlen nach Einführung der letzten Normen IE2 und IE3 die Entwicklung für die neue Energieeffizienznorm IE4 prognostiziert. Mit großem Erfolg, wie der Projektbetreuer Prof. Dr. Andreas Rükgauer betont: „Insbesondere die große Herausforderung, aus Datenquellen unterschiedlicher Qualität zukünftige Trends für Innovationen abzuleiten und in einem validen Marktmodell abzubilden, haben die Studierenden hervorragend gelöst.“ Praxisprojekte mit Projektpartnern sind eine zentrale Säule in der praxisorientierten Ausbildung aller Studiengänge der Fakultät Wirtschaftswissenschaften, um nicht nur Fachwissen und methodische Kompetenzen aufzubauen, sondern auch persönliche Kompetenzen wie Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen.