Bildausschnitt des Strategieschiffs der Fakultät Wirtschaftswissenschaften

FHWS-Studierende des Personalmanagements entwickeln Handlungsempfehlungen für Firmen

25.07.2022 | FWiWi
Vier projektfallgebende Unternehmen und Organisationen erhielten Anregungen für ihren Auftritt und ihre Sichtbarkeit

Mit den Mitarbeitenden in Unternehmen und Organisationen steht und fällt der Erfolg – dem Personalmanagement kommt damit eine zentrale Position zu. Studierende an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) lernen im Studienschwerpunkt Personalmanagement nicht nur die Theorie kennen, sie stellen sich mit vier Kooperationspartnerinnen und -partnern praxisorientierten und realen Herausforderungen.

Zusammen mit vier Kooperationspartnerinnen und -partnern bearbeiteten die Studierendenteams praxisorientierte Projektfälle und entwickelten Handlungsempfehlungen für die beteiligten Unternehmen:  


Vitakraft pet care GmbH & Co. KG sucht nach „gezielter Personalrekrutierung und Entwicklungsmaßnahmen für die Generation Z in einem mittelständischen Unternehmen“: Durch den ständigen Wandel von Werten, Interessen und Präferenzen sei die Herausforderung, die Fach- und Führungspositionen adäquat zu besetzen, stark gestiegen. Die Herausforderung: ein Entwicklungsprogramm für die sogenannte „Generation Z“ (die ab 1997 Geborenen) in mittelständischen Unternehmen mit Blick auf Erwartungen, Selbstreflektion und Herausforderungen unter dem Gesichtspunkt New Work zu definieren und auszugestalten.

Auf Basis einer Analyse, Befragungen, Interviews sowie einem Role Model konnten folgende Aspekte festgehalten werden: Die wichtigsten Werte, die Arbeitgebende vertreten sollten, seien eine offene Kommunikation, Respekt sowie gegenseitige Wertschätzung und Vertrauen. Wichtig sei der Gen Z, dass Führungskräfte die Stärken und Schwächen der Mitarbeitenden kennen. In den abschließenden Handlungsempfehlungen wurde für die Rekrutierung sehr junger Erwachsener geraten, Stellenportale sowie Jobnetzwerke zu nutzen. Bei den Social Media-Kanälen punktet Instagram. Favorisiert werden Gleitzeit-Arbeitsmodelle; mobiles Arbeiten nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. Für den Start in die Anstellung wird ein Entwicklungsprogramm gewünscht.


Die ZKS Medien hatten den Studierenden die „Transformation von kreativen Tools in den Business-Kontext“ als Aufgabe gegeben. Die beiden Projektfallgeber Detlef Girke und Dr. Tony Hofmann wünschten sich die Anwendung der Tools auf jeweils zwei typische Alltagssituationen aus dem Business-Umfeld sowie die Beschreibung der jeweiligen praktischen Anwendungsmöglichkeiten und deren Beschränkung. Das Studierendenteam suchte sich Tools aus und testete diese in Kooperation mit Unternehmen auf ihre Anwendbarkeit. Anschließend führten die Studierenden Interviews durch. Ihr Fazit: Kreative Tools können auch im wirtschaftlichen Umfeld einen Mehrwert kreieren, während die Transformation von psychosozialen Modulen in wirtschaftliche Kontexte eher begrenzt sei.

Um zu zeigen, was Posts in Social-Media-Kanälen für Wirtschaft und Wissenschaft bewirken können, hat der Schwerpunkt Personalmanagement ein eigenes Profil auf LinkedIn und Instagram eingerichtet. Die Ziele: Imagepflege und Reichweite ausbauen, neue Projektfallgebende ansprechen sowie zum Wissenstransfer beitragen. Auch zum Netzwerken kann der Kanal beitragen. Mit einem Content-Plan hat das Redaktionsteam klare Strukturen für Veröffentlichungen geschaffen und konnte seine Reichweite steigern. Die Studierenden können auf diese Weise auch Ratschläge geben für Unternehmen, die „ihren“ Weg im Umgang mit sozialen Medien noch suchen.   

Als dritter Projektfallgeber wünschte sich die ososoft GmbH eine „Entwicklung eines strategischen Rekrutierungskonzepts“ bis zum Februar 2023. Nach der Agenda-, Team- und Unternehmensvorstellung stellten die Studierenden die Ziele vor: Die Firma möchte auf Basis außergewöhnlicher Anwerbungen mit neuen Mitarbeitenden wachsen; aktuell sind siebzig Personen für das Unternehmen tätig. Das Team untersuchte die Social-Media-Aktivitäten der Firma und gab konkrete Handlungsempfehlungen für Einträge in den fünf Kanälen (Facebook, Instagram, TikTok, Xing, LinkedIn), welche Inhalte wann und wie oft gepostet werden könnten. Anhand eines Vorher-Nachher-Vergleichs zeigten sie Möglichkeiten eines Internetauftritts auf. Zusätzlich zum Internetauftritt schlugen sie weitere, klassische Maßnahmen vor wie z.B. einen Tag der offenen Tür, Plakate, Flyer, Gewinnspiele oder Vorträge an Hochschulen.


Das vierte Team beschäftigte sich mit der Aufgabenstellung der endura kommunal GmbH: „Konzeption eines Traineeprogramms und der gezielte Einsatz bei der Bewerberansprache“. Die Studierenden steckten sich Teilziele. Zu ihnen zählten u.a. zwei Maßnahmen für ein externes Personalmarketing, eine Umfrage, Austausch mit weiteren Hochschulen sowie der Entwurf eines individuellen Traineeprogramms.  

Die Studierenden erstellten ein sechsmonatiges Expertenprogramm mit fünf Phasen an verschiedenen Standorten. Sie definierten ihre Perspektive des Personalmarketings – über die Anwendung des Marketinggedankens auf den Personalbereich: „Genau wie beim klassischen Marketing geht es darum, das Unternehmen und seine Produkte ganzheitlich auf die Bedürfnisse der Kunden, in dem Falle der aktuellen und künftigen Mitarbeiter, auszurichten." Entsprechend schlugen sie vor, intern Teamevents und extern Messebesuche sowie Vorträge und Newsletter als Maßnahmen einzusetzen. Durch eine Umfrage potentieller Mitarbeitender erkundigten sie sich, welchen Ausschlag ein hybrides Arbeitsmodell, Nachhaltigkeit, die Bezahlung und der Standort des Unternehmens für einen eventuellen Wechsel des Arbeitgebers spielen würde.  

Abschließend bestand für die Gäste und Studierenden die Möglichkeit zu einem informellen wie persönlichen Austausch auf dem digitalen „Marktplatz“.

Den Studienschwerpunkt Personalmanagement leitet Prof. Dr.-Ing. Christine Wegerich. Das Ziel des Semesterprojektes: Den Studierenden der höheren Semester wird eine wissenschaftliche, interdisziplinäre Handlungsfähigkeit durch ein projekt- und prozessorientiertes Vorgehen vermittelt. Die angehenden Personalerinnen und Personaler nehmen aktuelle Fragestellungen der Wirtschaft auf und entwickeln im Team, unter konkreten Zeit- sowie Zielvorgaben individuelle Lösungsansätze in Zusammenarbeit mit bundesweiten Projektfallgebenden.