Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

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24.10.17 | Öffentlich

Das Institut für angewandte Logistik zeigte Praktiken für „die letzte Meile“ in einem Praxisbericht auf

Das IHK-Handelsforum diskutierte Chancen der Stadtlogistik

Henry Ford sagte treffend: „ Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind“. Und genau diese werden auch in der so genannten „Stadt- oder Citylogistik“ erwartet. Diese Art der Logistik fasst alle Konzepte zusammen, die den innerstädtischen Warenverkehr koordinieren. Sie gleicht dem Wunsch nach einer eierlegenden Wollmilchsau: Die Warenströme sollen gleichzeitig effizient, wirtschaftlich, ökologisch verträglich sein und dabei zudem die städtische Infrastruktur entlasten. Gerade auf der „letzten Meile“ der Zulieferkette zum Kunden entwickelt sich der stetig steigende Warenverkehr als große Herausforderung: Während sich die Kunden quasi direkt nach dem Bestellmausklick die Ware an der Tür wünschen, beschäftigt sich die Logistik mit Fahrermangel, verstopften Innenstadtstraßen, Zufahrtsbeschränkungen. Lösungskonzepte werden in trial-and-error-Verfahren sowohl von kommunalen Planern, Logistikern, als auch von Zustelldienstleistern konzipiert, getestet, verworfen, weiterentwickelt.

Die Verknüpfung zwischen Wunsch und Wirklichkeit referierte Professor Dr. Müller-Steinfahrt, Leiter des Instituts für angewandte Logistik (IAL) an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt im Rahmen des IHK-Handelsforums zur Stadtlogistik. Er zeigte auf, welche Konsequenzen die Urbanisierung mit Wanderungen der Bevölkerung in die Versorgungszentren mit sich bringt und regulative, logistische, kooperative sowie technologische Lösungsansätze erforderlich seien: Es komme zu infrastrukturellen Engpässen mit Flächenkonkurrenz, zunehmender Umweltbelastung, steigendem Verkehrsaufkommen, einem Wohnraummanagement, einer teils schwierigen Versorgung mit lokalen Produkten, die sich durch regulative Eingriffe zunehmend komplizierter gestalte. Parallel sei eine Umweltsensibilisierung in Politik und Gesellschaft festzustellen: Umweltbelastungen werden nicht klaglos akzeptiert, es werden energiereduzierte Lieferkonzepte und nachhaltige Produkte sowie eine Mitspracheoption der Gesellschaft gefordert; regulative Eingriffe wie Maut, getaktete Zeitfenster oder low-emission trucks sollen Abhilfe schaffen.

Müller-Steinfahrt zeigte verschiedene Best-Practice-Projekte im städtischen Raum für die „letzte Meile“ auf. Sie reichen vom Einsatz von Elektrorädern, alternativen Zustell- oder Abholorten der Waren, Zustell-Robotern, Paketautomaten, der alternativen Nutzung von Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs bis hin zu "Taobao Rural Operations Centern" und "Taobao Rural Service Centern“, die das Unternehmen Alibaba bereithält inclusive der Aufstellung von stationären Rechnern mit kostenlosem Internetzugang und einer Assistenz bei der Bedienung betreibt.